Tagesschifahrt nach Söll - organisiert von der KLJI
28.02.2009

Ein ganz normaler Samstagmorgen Ende Februar in Irgertsheim. Noch ist es gewohnt ruhig, man hört nur das vertraute Surren einer Melkmaschine wie üblich auf dem Land. Ab 5 Uhr jedoch trudeln die ersten Schneebegeisterten am „Stachus“ in Irgertsheim ein, denn es heißt: „Auf geht’s zur ersten Schifahrt der Kath. Landjugend Irgertsheim“. Die Idee an sich ist zwar alt, eine Fahrt „ins Weiße“ ist allerdings neu im Freizeitangebot des im Herbst 2008 gegründeten Vereins. Insgesamt 50 Freunde und Gönner des Vereins im Alter zwischen 15 und 30 Jahren haben sich zu dieser Privatreise am 28. Februar 2009 in die Skiwelt Wilder Kaiser-Brixental nach Söll angemeldet. Zur Auswahl stand natürlich Schifahren und als Alternative für Schlittenliebhaber und unerfahrene Wintersportler Rodeln. „Es ist schön mal was anderes mit seinen Freunden zu unternehmen!“, freut sich Florian Hanczar, 1. Vorstand der KLJI, auf die bevorstehende Fahrt. Nach und nach wird es immer enger an der Bushaltestelle in der Ortsmitte. Der Reisebus kommt, unsere Ausrüstung und das Frühstück werden im geräumigen Stockbus verstaut und hochmotiviert starten wir pünktlich zum Abfahrtszeitpunkt um 5:30 Uhr, denn wie durch ein Wunder kam keiner zu spät!

Bereits nach einer guten Stunde erreichen wir unser erstes Highlight des Ausflugs: das auf Schifahrten obligatorische Würstelfrühstück auf einem Parkplatz im Alpenvorland. Frisch gestärkt nehmen wir den Rest der Busreise in Angriff. Gerade rechtzeitig um 9 Uhr erreichen wir die Skiwelt in Söll, eines der ersten Schigebiete mit Rodelbahn nach der Grenze in Österreich und daher optimal für eine Tagesfahrt unserer Anforderungen geeignet. Sofort holen wir die bereits vorbestellten Schi- und Rodelpässe an Kassa 2 bei Lydia, damit wir voller Elan umgehend ins Schneevergnügen starten können. Für die Schifahrer zeigten sich Top-Voraussetzungen: Schnee soweit das Auge reichte und frisch präparierte Pisten bei aus der Heimat gewohntem weiß-blauen Himmel mit strahlendem Sonnenschein. Lisa Riedl, die bereits das zweite Mal den Tag auf Schiern verbringt, ist tierisch begeistert: „Schifahren ist toll und macht mir sehr viel Spaß. Als Anfänger freut es mich, dass uns die erfahrenen Schifahrer helfen und mit Rat und Tat zur Seite stehen!“. Die exzellenten Schnee-, Pisten- und Hüttenbedingungen lassen die folgenden Stunden wie im Flug vergehen. „Bei dem Superwetter fiel es uns fast schon schwer, nach dem Mittagessen die Sonnenterrasse wieder zu verlassen und erneut die Piste zu stürmen“, gesteht Stefanie Liepold.

Gute Grundvoraussetzungen bieten sich auch dem knappen Drittel der 50 Mitgereisten, das sich bei der Anmeldung für die Alternative Rodeln entschied. Die Teilnehmer sind hellauf begeistert und auch der Spaß kommt beim Schlittenfahren nicht zu kurz, vor allem bei denjenigen, die das erste Mal aktiv Wintersport betreiben. „Rodeln ist sehr lustig und hat mir gut gefallen“, meint Stephan Escherle. Er zeigt sich aber mit gemischten Gefühlen: „Ab Mittag war die Bahn aber schon recht ausgefahren und hatte riesige Schlaglöcher, in denen man mit dem Schlitten aufgesessen ist!“ „Vormittags war die Rodelbahn noch toppräpariert, nachmittags wurde der Schnee dann sulzig je weiter man ins Tal kam“, bemängelt Andreas Weber. So verbringen die Rodler „zwangsweise“ den Rest des Tages auf der Hütte und beginnen bereits früher als die Schifahrer mit der Après-Ski-Party. Ein Rodelteilnehmer hatte die Feuchtigkeit des Schnees unterschätzt und freute sich am Ende des Tages über eine völlig durchnässte Jeans.

Im Anschluss an den anstrengenden Sporttag lassen wir den Ausflug mit einer Runde Apès-Ski bis 18 Uhr ausklingen. Leider ist die einzige Bar für diese Zwecke im Tal von Söll rappelvoll. Davon lassen wir uns jedoch die Stimmung nicht verderben und feiern im Außenbereich der Hütte. Auf der Heimfahrt setzen wir die Party fort. Zeit ist genug, denn aufgrund des Endes der Faschingsferien herrscht Stau. Gegen 22:00 Uhr kommen wir von einem Ausflug zurück nach Irgertsheim, der uns allen in schönster Erinnerung bleiben wird.

Die Reise wurde bei jedem Teilnehmer den individuellen Anforderungen hinsichtlich Erfahrung und Talent im Schnee gerecht. Alles in allem verlief die erste Auslandsfahrt in der Geschichte der Landjugend Irgertsheim wie am Schnürchen. Daher entstand bereits die Idee für eine Wiederholung einer solchen Schneegaudi im nächsten Winter - bei genügend Interesse eventuell sogar eine Wochenendreise!

Von Sebastian Weber